Einige weiterführende Informationen über die LUNA Handpan Stimmungen.

 

Warum die LUNA nur in eigenen Stimmungen gebaut wird, und worin sich diese von den üblichen Handpan Stimmungen unterscheiden.

 

Über die perfekte, reine Stimmung der LUNA, wie sie der natürlichen Obertonreihe entstammt.

 

Über den dominanten / subdominanten Ding, worum es sich dabei handelt und was daran besonders ist.

 


Warum LUNA - Stimmungen?

 Über die LUNA Stimmungen.

 

 

 

Die LUNA wird in 9 verschiedenen "Archetypen" oder Grundstimmungen gebaut. 

 

Dabei gibt es zu jeder dieser 9 Grundstimmung zwei verschiedene Modelle - eine "Neumond" und eine "Vollmond" - also insgesamt 18 verschiedene Stimmungen, die mit 18 mythologischen Göttinen assoziiert sind.

 

Eine vollständige Liste der 18 LUNA-Stimmungen bei der jeweils die Neumond und Vollmond Stimmungen einander gegenüberstehen findet sich zum einen hier, sowie auf meiner Stimmungs-Seite.

 

 

Warum die Benennung nach Göttinen und nur 18-Skalen?

 

 

 

Da ich eine persönliche Faszination und großes Interesse an den weiblichen Entitäten, Göttinnen der Mythen alter Zeit hege, knüpfe ich mit den LUNA-Stimmungen an diese Inspiration an.

 

Es gibt aber noch weitere Gründe dafür.

 

Zunächst einmal ist es eine Antwort auf die immer größer werdende Verwirrung die das Thema "Handpan-Stimmungen" umgibt.

 

Das Feedback, das ich von Menschen erhalte, die oft große Probleme haben, ihre Stimmung zu finden und auszuwählen, spiegelt diese Verwirrung wieder.

 

Viele Menschen ohne musiktheoretischen Hintergrund sind mit der Vielzahl der verschiedenen Skalenbezeichnungen und Klangmodelle die es für Handpans gibt schlichtweg überfordert, zumal es viele sehr ähnliche Stimmungen gibt, bei denen nur z.B. nur ein Ton sich unterscheidet - die aber dennoch im Kern den selben Charakter trägt.

 

Zudem sind die Namen gängiger Handpanstimmungen, wie der "Anna Ziska", der "C-Amara" oder der "Kurd" keine musiktheoretisch "echte" Bezeichnung - diese wäre für die Kurd und viele weitere z.B. das sogenannete "aeolisch Moll" .

 

Was mir persönlich jedoch noch wichtiger erscheint, ist dass sie auch sonst keinen Hinweis darauf geben was den Klangcharakter, oder das Gefühl, das "Herz" der Stimmung angeht.

 

Aus Namen wie "Anna Ziska" "Kurd" oder "Amara" lässt sich nicht deuten ob es sich um eine fröhliche oder heitere Stimmung handelt, ob die Stimmung eher einen ruhigen oder einen lebendigen Charakter trägt - sie sind für Menschen ohne jeden Musiktheoretischen Hintergrund also völlig nichts-sagend.

 

Und selbst Menschen mit musiktheoretischem Hintergrund sagt der Name nichts über die Intervall-Charakteristik oder das Tongeschlecht aus.

 

Man kann z.B. aus dem Namen "C-Amara" schlichtweg nichts über die Stimmung aussagen, weder dass es sich musiktheoretisch um eine Aeolisch Moll, mit klassischer Mollterz handelt, noch dass sie eine leicht melancholisch aber doch ausgewogene mystische Atmosphäre oder Energie erzeugt.

 

 

Die 9 Kernskalen der LUNA - und die Benennung nach den mythologischen Göttinen und ihren archetypischen Assoziationen ist daher der Versuch, die "Wurzel" oder das "Herz" der verschiedenen Skalen für jedermann verständlich zu vermitteln  - um weniger, aber besser unterscheidbare und charakteristisch eindeutige Stimmungen für die LUNA anzubieten.

 

Wer nämlich vor der großen Herausforderung steht sich für eine Handpan-Stimmung entscheiden zu müssen, dem kann durch diese Assoziation und Benennung eine große Hürde genommen werden.

 

Wer sich mit der mythologischen Figur oder Göttin LILITH befasst, oder die Beschreibungen und Assoziationen auf meinem Stimmungsblatt zu ihr durchliest wird sofort merken dass die Stimmung die nach ihr benannt ist einen gänzlich anderen Charakter tragen muss, als die Stimmung die nach der Göttin ANTHEIA benannt ist,

 

Denn LILITH hat mit der Rolle als Adams ursprünglich erste Frau, die gegen die Dominanz ihres Mannes im Paradies rebelliert und - da sie des "Wortes der Macht" kundig war - selbst von Gott nicht wieder bezähmt werden konnte, eine wesentlich dramatischere Rolle inne, als ANTHEIA die scheue griechische Göttinn der Pflanzen und Blüten, deren Hauptwesenszug die Zartheit und ihr Blick ud ihre Achtung selbst für die kleinsten und zartesten Blumen und Wesen ist.

 

Erstere symbolisiert den Drang nach Freiheit - den Mut und die Kraft sich gegen Hierachien aufzulehnen - selbst gegen den Befehl des höchsten Gottes - und dem eigenen Herzen zu folgen, was in den abrahamischen Religionen schließlich auch zu ihrer Verteufelung und Assoziation mit dämonischen Kräften geführt hat.

 

Zweitere hingegen symbolisiert Zartheit und die Kraft des Kleinen und Schwachen, die Achtsamkeit und das Mitgefühl.

 


Freilich sind die Assoziationen der Stimmungen mit den Göttinen subjektiv und in gewissem Maße auch willkürlich und spiegeln nur meine eigenen Eindrcke und Empfindungen wieder.

Jemand anderes empfindet womöglich nicht dieselben Assoziationen und würde meinen Zuweisungen und Benennungen nicht zustimmen - eine Subjektivität die ich bewusst in Kauf nehme und akzeptiere.

 

 

Zu guter letzt gibt es noch einen weiteren wichtigen Punkt, weshalb ich die LUNA überhaupt nur in eigenen Stimmungen baue, und dieser liegt in der Klangqualität.

 

Die LUNA-Stimmungen sind alle speziell für die LUNA entwickelt, die Schalengeometrie, Größe, das Material und Stimmstil sind allesamt Variablen, die die Wahl der Skala, die Platzierung der Startintervalle, der Tonfeldorientierung relativ zueinander usw. beeinflussen.

 

Man kann ( oder sollte ) aus diesen Gründen nicht schlichtweg eine bestimmte Skala wie sie auf einer Handpan eines x-beliebigen Herstellers vorkommt übernehmen und ohne tiefere Überlegung 1:1 auf die eigene Handpan übertragen.

 

 

 

 

 

Sind die LUNA Stimmungen etwas Neues, das du erfunden hast?

 

 

 

 

Zum Teil nicht zum Teil ja.

 

Einige von ihnen sind weder neu noch erfunden, obwohl sie so moduliert worden sind dass sie in größtmöglicher Klangqualität auf der LUNA baubar sind.

 

Tatsächlich handelt es sich bei einigen der LUNA Stimmungen um sehr alte Stimmungen und altgriechischen Modi, (Tonai) wie äolisch ("typisch d-moll", "kurd", "enigma" etc.) lydisch, ionisch phrygisch etc.

 

Ein anderer Teil der LUNA-Skalen, sind nicht in der europäischen Musikkultur zu finden, sondern entstammen der japanisch/chinesischen Kultur, wieder andere sind tatsächlich frei "erfunden", wobei dies nicht bedeutet dass diese Stimmung als Intervallkombination nicht bereits zuvor irgendwo anders vorkam.

 

Die LUNA Stimmungen sind also nichts völlig Neues - in der Handpan-Welt jedoch eine Besonderheit.


Die natürlich reine und mathematisch perfekte Stimmung anhand der natürlichen Obertonreihe.

Eines der Hauptmerkmale der LUNA-Skalen ist auch die Verwendung der reinen Intonation im Gegensatz zu der am häufigsten verwendeten modernen mittltönigen Temperierung.

 

 

Dadurch werden alle Intervalle sehr klar und rein eingestimmt und die interne Resonanz wird deutlich erhöht.

 

Obwohl ich versuchen möchte die Erklärung einfach zu halten, werden wir ein wenig in die Musiktheorie eintauchen müssen, um dies vollständig zu verstehen:

 

Zunächst einmal müssen wir verstehen, dass Skalen nie durch Noten definiert werden - sie werden durch eine bestimmte Kombination von Intervallschritten definiert (die dann durch Noten dargestellt werden können).

 

Was ist nun ein Intervall?

 

Nun. Suchen wir uns eine beliebige Frequenz als Grundton heraus - stell dir einfach eine schlichte Saite vor, wie eine Gitarrensaite oder eine andere. Es spielt keine Rolle, wie lang diese Saite oder Schnur ist, nehmen wir aus Gründen der Einfachheit aber an dass sie 1 Meter lang ist.

 

Das ist also unsere Basisfrequenz - oder die Tonika unserer Skala.

Stellen wir uns nun vor, wir nehmen einen Finger und zupfen diese Saite an - sie wird wie folgt anfangen zu vibrieren (in Wirklichkeit vibriert sie in weit mehr Arten, diese sind für uns aber zunächst irrelevant ) und gibt einen Ton ab.

 

Unseren Grundton - sagen wir es ist ein C3.

Wir können diese Frequenz nun in einem einfachen mathematischen Begriff als 1 definieren oder - wir brauchen das später - als ein Verhältnis von 1/1, das gleich 1 ist.

Ausgehend davon erstellen wir nun unseren ersten Intervallschritt, der einer der Wichtigsten ist: die Oktave.

Die Oktave klingt wie genau die gleiche Note - aber eine "Stufe" über unserem Fundament, und sie hat die doppelte Schwingungsfrequenz als unser Grundton.

Auf unserer Saite würde die Oktave so fibrieren und kann mathematisch definiert werden als die doppelte Frequenz, die 2 ( 2x1) oder als das Verhältnis: 2/1

Jetzt haben wir also unsere Basisfrequenz, mit dem Verhältnis 1/1, von dem wir sagten, dass es C3 ist, (aber es könnte jede andere Note sein) und wir haben unsere Oktave, die das Verhältnis 2/1 und damit ein C4 ist.

Das sind die Grenzen, innerhalb denen wir eine Skala erstellen. Alles, was über oder unter diese Oktaven geht, ist nur eine Wiederholung, um die wir uns jetzt nicht kümmern müssen.

Nehmen wir uns also das zweitwichtigste Intervall, das die so genannte Quinte oder Fünfte ist, vor.

Die Quint wird als sehr angenehmer Intervallschritt wahrgenommen und ist so wichtig, dass das gesamte westliche 12-Noten-System darauf , nämlich auf Quintschichtung, basiert.

Auf unserer Saite würde die Quinte folgendermaßen vibrieren:

Um die Quinte klingen zu lassen, müssten wir unsere Saite kürzen, zum Beispiel so, wie ein Guitarren-Spieler eine Saite kürzt wenn er sie linken mit dem Finger abgreift.

 

Dies müsste im Verhältnis 3/2, das ist das Verhältnis der reinen Quinte, geschehen:

In unserem Beispiel des C3 wäre die Quinte mit dem Verhältnis 3/2 das G4.

 

Von hier aussgehend wurde die chromatische Tonleiter der westlichen Musik aufgebaut, die Quinten auf Quinten setzt.

 

Fangen wir also vom C an und suchen die Quinte davon, das G.

Wiederholen wir diesen Schritt und suchen die Quinte zum G, so kommen wir zum D.

 

Auf der Tastatur des Klaviers wandern wir stets um 7 Halbtöne weiter nach rechts.

 

Wir können auch das Verhältnis von diesem D berechnen.

Dies geschieht einfach, indem wir das G -> 3/2 mit einem weiteren Quint-Schritt, also 3/2 multiplizieren, und dann eine Oktave tiefer gehen.

 

Das sieht so aus:

3/2 x 3/2 = 9/4

 

Da wir nun aber den Oktavpunkt überschritten haben, müssen wir das Ergebnis um eine Oktav absenken damit wir wieder innerhalb der richtigen Oktave sind und somit das D als Sekunde nach dem C erhalten.

 

Dazu müssen wir das Ergebnis durch das Verhältnis der Oktave, von der wir sagten sie sei 2/1 dividieren:

 

 9/4: 2/1 = 9/4 x 1/2 = 9/8

 

Das perfekte D, wie es aus der Quintschichtung abgeleitet ist, hätte also das Verhältnis 9/8.

 

AIn unserer Zeichnung würde seine Schwingung so aussehen:

Und hier sind alle bisher ausgerechneten Intervalle gemeinsam:

 

 Tonika - Oktave - Quinte - Sekunde ( wich we calculated as fifth from the fifth )

Jetzt, da wir das verstehen, können wir uns ansehen, wie die 12 Noten in der westlichen Musik entstehen - sie werden alle als Quinte aus der Quinte aus der Quinte aus der Quinte erzeugt.... hier ist die komplette Quintenserie, die mit C beginnt, gefolgt von der Quinte aus C = G gefolgt von der Quinte aus G = D etc.

 

C -> G -> D -> D -> A -> E -> E -> B -> Gb -> Db -> Ab -> Eb -> Eb -> Bb -> F -> C

 

Deshalb besitzt die europäische Musik 12 Noten, denn nach 12 solchen Operationen erreicht man  FAST  - aber eben nur fast - die Anfangsnote, das C.

 

 Und hier beginnt das Problem und die verschiedenen Versuches zu lösen, wie die mitteltönige Temperierung.

 

 

Mathematisch gesprochen handelt es sich bei der Multiplikation von Quinten, nämlich stets um Vielfache von 3/2.

Oder, wenn wir das Verhältnis als Dezimalzahl darstellen wollen: 3/2 = 1,5 um Vielfache aus 1,5.

 

Wir haben also Vielfache von 1,5 die wir auch als Hochzahl schreiben können 1,5^2 ( 1,5 x 1,5).

 

Das Kernproblem besteht nun darin dass wir andererseits um auf perfekten Oktaven zu kommen, mit dem Verhältnis 2/1 rechnen, also mit Vielfachen von 2 ( 2^2 ; 2^3 ; 2^4 etc.).

 

Aber diese beiden passen leider nie perfekt zusammen.

 

Demonstrieren kann man das, indem man sich anschaut wo eine Vervielfachung in Oktavschritten nach einer kompletten Oktave endet:

 

Nämlich nach 2 x 2 x 2 x 2 x 2 x 2 x 2 = 2^7 (, weil wir zwischen einer Oktave 7 Ganztöne erzeugt haben) = 128

 

Und hier endet die Serie der Vielfachen von 1,5 ( also der Quintschichtung ) nach 12 Schritten ( da wir 12 Halbtöne erzeugen ):

 

1,5 x 1,5 x 1,5 x 1,5 x 1,5 x 1,5 x 1,5 x 1,5 x 1,5 x 1,5 x 1,5 x 1,5 = 1,5 ^12  = 129,75

 

Wir haben also einmal das Ergebnis 128 und einmal 129,75.

 

 

 

Wie wir sehen können - lassen sich perfekte Oktaven mit perfekten Quinten oder Intervallschritten niemals in Deckung bringen. Es scheint, dass wir uns entscheiden müssen... perfekte Oktave oder perfekte Intervalle...

 

 

 

Was sind die Lösungen?

 

Nun, große Denker denken seit Jahrhunderten darüber nach, angefangen bei einem der ersten, Pythagoras, aber auch Kirnberger, Bach und viele weitere Musiker und Komponisten haben ihre eigenen Vorschläge und Methoden entwickelt, um dieses Problem zu lösen.

 

Wir werden im Moment nicht auf diese wie z.B. die pythagoräische Stimmung oder anderen, eingehen.

 

Es genügt hier zu wissen, dass es Hunderte von verschiedenen Temperamente und Stimm-Methoden gibt. ( Allein in Europa - ganz zu schweigen von völlig anderen Methoden in anderen Kulturkreisen! )

 

Die weit verbreitetste Art der Stimmung heute, um mit diesem Problem umzugehen, ist die so genannte mitteltönige Temperierung, die auch bei Handpans der weit verbreitete Standard ist.

 

Wir haben gesehen, dass wir mit Vielfachen von perfekten Quinten bei 129,75 enden, während die perfekte Oktave auf 128 endet.

 

Der Unterschied zwischen diesen beiden ist das sogenannte "pythagoreische Komma", welches sich wie folgt errechnet: 129,75 - 128 = 1,75

 

Dieser Unterschied, würde im letzten Intervallschritt eine hörbare Dissonanz erzeugen, oder - bei perfekten Intervallen - die Oktave deutlich zu hoch erscheinen lassen.

 

Die mitteltönige Temperierung geht wie folgt mit diesem Problem um:

 

Wir nehmen das pythagoreische Komma, - 1,75 und teilen es durch 12 - weil wir 12 Intervallschritte haben - und verteilen diesen Fehler dann völlig gleichmäßig auf alle Intervalle.

 

Also 1,75 : 12 = 0,145 auf jedem der 12 Intervallschritte, um eine perfekte Oktave zu erreichen.

 

Das bedeute beispielsweise, wenn das perfekte Verhältnis von z.B. einer Quinte 3/2 = 1,5 in der reinen Stimmung beträgt.

dann beträgt es in der mitteltönigen Temperierung nun 1.645.

 

Eine mitteltönige Quinte ist also minimal höher und leicht verstimmt, im Gegensatz zur reinen, perfekten Quinte.

 

Noch ein Beispiel anhand der Quart:

 

Das Verhältnis einer perfekten Quart 4/3 = 1.333

Das Verhältnis einer mitteltönigen Quart = 1,478

 

 

 

 

Zur Zusammenfassung: Die westliche mitteltönig temperierte Stimmung hat nur ein einziges, wahrhaft natürliches und reines Intervall, nämlich die Oktave.

Alle anderen Intervalle müssen etwas unrein und verstimmt sein, damit sie am Ende zur Oktave passen.

Auch wenn der Unterschied winzig zu sein scheint (z.B. von 1,5 bis 1,645 für die Quinte), ist er einem geübten Gehör wahrnehmbar und verleiht den Intervallen und insbesondere den Akkorden eine unruhige, unreine Qualität.

 

 

 

Soweit so gut. Aber wenn man die LUNA rein gestimmt ist, dann passt sie am Ende nicht zur Oktave, oder?

 

Doch.

 

Die LUNA beinhaltet perfekte natürliche Oktaven im Verhältnis 2/1, genau wie das mitttönige Temperament, UND hat die perfekten Intervalle in perfekten natürlichen Verhältnissen, wie 3/2 - 4/3 usw.

 

Dadurch dass es sich bei der Handpan nicht um ein chromatisches Instrument handelt, bei dem alle 12 Halbtonschritte vorkommen, eröffnet sich eine besondere Möglichkeit für die reine Stimmung.

 

Denn für jede LUNA Stimmung gibt es eine bestimmte mathematische Berechnung, bei der das "Fehlerintervall", auch "Wolfs-Quinte" genannt, mathematisch "komprimiert" und in eine Note hinein gerechnet wird, die in der jeweiligen Skala schlichtweg nicht vorkommt!

 

Der mathematische Fehler, das Nicht-Zusammenpassen von Quint und Oktav-Vielfachen wird gewissermaßen so lange verschoben, bis er in einem Intervall zur Ruhe kommt das es auf dem Instrument nicht gibt.

 

Dies muss für jede einzelne Skala auf der LUNA-Stimmungsliste, individuell berechnet werden.

 

Nochmals in ein paar Worten zusammengefasst: Alle LUNA-Skalen sind in reiner, natürlicher, perfekter Intonation. Sie haben sowohl perfekte Intervallschritte als auch perfekte Oktaven, denn das pythagoreische Komma wird für jede einzelne Tonleiter so berechnet, dass es nicht auf dem Instrument erscheint.

 

Es handelt sich nicht nur um mathematische Spielerei, denn die reine Stimmung wird auch vom Gehör natürlicherweise als reine Stimmung, verglichen z.B. mit dem mitteltönigen Temperament, wahrgenommen.

 

Es handelt sich damit um die natürlichste und sauberste Stimmung die im  nicht-chromatischen Bereich möglich ist.

 

 

 


TOnaler, Dominanter & Subdominanter Ding in LUNA Stimmungen

Grundsätzlich können Handpans stets auf zwei verschiedene Arten bespielt werden, nämlich DING - zentriert oder Chorus zentriert mit dominantem oder subdominantem Ding.

 

Was bedeuten "tonaler" , "dominanter" und "subdominanter" Ding ?

 

 

1. tonaler Ding

Ein tonaler Ding bedeutet, dass der Ding gleich dem Grundton der Stimmung gesetzt wird. Er ist damit Zentrum aller Melodien die im Chorus gespielt werden und alle Melodien finden im Ding ihre Auflösung und ihren Ruhepol.

Dies ist die am häufigste Art wie Handpans gespielt werden, sie trägt aber das Potential einer gewissen Eintönigkeit mit sich.

 

2. dominanter Ding.

Ein Dominanter Ding bedeutet, dass die Tonik der Tonleiter die Quinte des Ding ist. ( Oder anders ausgedrückt, das Ding ist die Quarte des Grundtons. )

Das wäre bei einem G3 beispielsweise das C3. ( Da G3 die Quinte von C3 ist. )

 

 3. subdominanter Ding.

Das bedeutet, dass der Ding die Quinte des Grundtons ( Tonika ) ist, jedoch eine Oktave tiefer liegt - für ein G3 als Grundton ist das D4 die Dominante ( Quinte ) - subdominante wäre dann also ein D3.

 

 

Worin unterscheiden sich subdominanter, dominanter und ein als Grundton gespielter Ding?

 

 

 

Während der Ding bei den allermeisten Handpans stets als die Tonik, sprich den Grundton gespielt wird, lädt die LUNA und ihre Stimmungen dazu ein den Ding auch dominant, bzw. subdominant zu spielen.

 

Warum?

 

Die typische Einstimmung und Nutzung des Ding als Grundton des Instruments bedeutet beispielsweise einen C3 Ding  für eine C-Skala, z.B. die C-Amara oder einen D3 Ding für eine D-Skale wie D-Moll oder D-Kurd.

 

Dies spiegelt den typischen, Spielstil für Handpans wieder der sich in den vergangenen Jahren herausgebildet und etabliert hat, und der sich stark auf perkussive Muster konzentriert.

 

Als die Handpan einer breiteren Öffentlichkeit zur Verfügung stand, zog sie viele Menschen mit perkussivem Hintergrund, Schlagzeuger, Darbouka-Spieler und andere Percussionisten an.

 

Diese übernahmen das was sie aus ihrem perkussiven Hintergrund mitbrachten, und wendeten es auf die Handpan an.

 

So entstand eine großteils auf perkussive Muster fokusierte Spielweise, was eine mögliche Art des Umgang mit diesem Instrument darstellt und hier nicht kritisiert werden soll, was allerding nicht die einzige Art des Zugangs zu diesem Instrument darstellt.

 

Es ist nur natürlich, dass aus dieser Perspektive das Ding eine sehr dominante und wichtige Rolle in der Spieltechnik der meisten Handpanspieler spiel, während der Chor (die Noten im Ring) eine etwas untergeordnete Rolle spielt und häufig nur in der Art verwendet wird, um die rythmischen Muster zu füllen.

 

Die LUNA war jedoch seit ihren Anfängen als ein melodischeres Instrument mit einem wesentlich "feminineren" Charakter gedacht.

 

Für ein Instrument mit diesem Fokus ist der Grundton Ding jedoch aus folgenden Gründen nicht immer der einzig sinnvolle:

 

Ein Problem kann dabei sein, dass auf den meisten Grundton-Ding-Skalen das erste Tonfeld des Instruments NICHT der Grundton der Skala ist.

 

Mit einem tonischen Ding beginnt die Skala meist irgendwo in der Mitte meistens dem 3. oder 4. manchmal sogar höherem Tonfeld, wie das z.B. bei der soganannten D-Minor oder Kurd der Fall ist, die ein D3 im Ding hat - und die den Chorus erst mit dessen Quinte, dem A3 fortführt. ( D) A - Bb - C - D - E - F - G - A - C )

 

Dadurch entsteht eine aufgeteilte Skala, bei der der untere Teil nicht vollständig ist und zum oberen Teil über der Oktave verschoben wird. Dies macht es unmöglich, vollständige Melodien in dieser Tonleiter zu spielen, da die Tonleiter zwischen einer Oktavstufe schlichtweg nicht vollständig verfügbar ist.

 

Infolgedessen können  bestimmten musikalischen zwar als Tonika Ding-Skalen benannt werden, lassen sich praktisch jedoch nicht melodisch in dieser Tonart spielen, was zu einer großen Verwirrung führt.

 

In dieser Unfähigkeit im Modus vollständige Melodien zu spielen, liegt meiner Meinung nach einer der Hauptgründe der zu einem stark Ding-zentrierten, perkussiven Spielstil, mit mehr oder weniger harten Schlägen und wiederholten Schlägen auf dem Ding, der nur von einigen wenigen melodischen Akzenten begleitet wird, anreizt.

 

Das ist die aktuelle Entwicklungsrichtung der Handpan.

 

Ein Interpretation mit subdominantem oder dominantem Ding hingegen bietet eine vollständige Skala vom ersten Tonfeld mit Tonika bis zum letzten mit Oktave, was zu einer wesentlich melodischeren Herangehensweise an das Instrument einlädt.

 

Abhängig von der Intervallstruktur der Skala haben dominante und subdominante oder tonale Ding-Spielweisen sehr unterschiedliche Einflüsse auf die gesamte Skala und können kraftvoll genutzt werden, um die Gesamtatmosphäre und Energie einer Skala zu betonen während sie gleichzeitig genügend Raum für modale Verschiebungen zulassen.

 

Zusammenfassend: Während sie ein definitives Ruhezentrum bieten, inspirieren sowohl dominante als auch subdominante Dings den Spieler mehr, sich auf den Chor und das melodische Spiel zu konzentrieren, im Gegensatz zu einem typischen perkussiven Ding-Zentrischen-Spiel, das bei Interpretationen des Dings als Grundton mehr gefördert wird.

 

 

 

Der Anspruch der  LUNA ist es die bestmögliche Verbindung von Ästhetik und musikalischer Möglichkeit zu bieten.

 

Sie wird daher auch ausschließlich nur mit Zentralnote und 8 Tonfeldern gebaut. Keine Mutanten, keine 10 oder 11 Noten, keine Bodennoten.

 

Für mich persönlich und aus ästhetischer Sicht ist die Handpan in diesem Format auf dem Höhepunkt der Eleganz -

 man kann ihr nichts hinzufügen, ohne etwas von ihrer minimalistischen Form und ihrer Eleganz wegzunehmen.

 

Damit soll nicht gesagt werden, dass Mutanten, "Bottomnotes" und andere Dinge schlecht sind, es gab in der Vergangenheit einige LUNAE mit solchen Zusätzlichen Entwicklungen, es ist jedoch nicht das, was ich weiter entwickeln möchte.

 

Anstatt mehr und Neues hinzuzufügen, ist die Luna der Versuch, meine Energie darauf zu verwenden zu sehen, wie weit diese schlichte Eleganz verfeinert, poliert und perfektioniert werden kann.

 

Diese Entscheidung beeinflusst auch die Wahl der Stimmung des Ding - denn wenn sich der Grundton auf dem ersten Tonfeld und nicht auf dem Ding befindet, erhält die gesamte Handpan durch eben diese Tatsache eine weitere Schicht der Spielmöglichkeit, was sehr wichtig ist, wenn man auf ein zentrales Tonfeld und 8 weitere Tonfelder beschränkt ist.

 

In einigen Tonleitern erhält man so zudem eine zusätzliche Note durch die Quinte des Ding-Tonfeldes, die nicht unbedingt im Chor liegt, so dass man den maximal möglichen musikalischen Ausdruck auf elegantestem und minimalem Design erhält - das Ziel der LUNA.